Der KI-Tool-Dschungel: ChatGPT ist ein guter Start – aber nicht das Ende der KI-Reise für Juristen.

Der KI-Tool-Dschungel: ChatGPT ist ein guter Start – aber nicht das Ende der KI-Reise für Juristen.

In meinen KI-Schulungen für Juristen frage ich zu Beginn, welche KI-Systeme genutzt werden. Mehr als 75 % nutzen ausschließlich ChatGPT und ein Großteil davon nutzt sogar die kostenfreie Version.

Das ist für den Anfang nachvollziehbar: Es ist leicht zugänglich, ist schnell einsetzbar und leistet Beeindruckendes. Gleichzeitig höre ich häufig von großen Enttäuschungen und deutlicher Ernüchterung.

Gerne zeige ich Ihnen, dass ChatGPT (alternativ Gemini, Perplexity oder Microsoft CoPilot) eine große Unterstützung sein kann, wenn es für die richtigen Aufgaben eingesetzt wird.
Denn: Die eine KI, die jede Anfrage löst (insbesondere im juristischen Bereich) gibt es (noch) nicht.

Aus der Praxis haben sich drei Kategorien bewährt:

1️⃣ Allround-KI (z. B. ChatGPT, Gemini)
Sehr stark bei Strukturierung umfangreicher Unterlagen, Erstellung einer Argumentationslogik, sprachlicher Überarbeitung und als Diskussionspartner.
👉 Grenze: keine Mandatsdaten einpflegen, kein Zugriff auf juristische Datenbanken, Gefahr der Halluzination.

2️⃣ Recherche-KI (z. B. Perplexity)
Hilfreich für schnellen Überblick in eine Frage und erste Orientierung, stark in der Recherche im Internet durch konkrete Angabe der jeweils durchsuchten Quellen.
👉 Grenze: ersetzt keine juristische Datenbank.

3️⃣ Juristische Spezial-KI (z. B. Libra, Deubner KI-Associate, Beck-Noxtua)
Hier liegt der größte Mehrwert für die anwaltliche Praxis: Aktenbasiertes Arbeiten, Anbindung an Fachwissen (Otto Schmidt, Deubner, Beck), berufsrechtskonforme Nutzung.
Die KI liest die Akte (wie wir Anwälte) und kann in ihr arbeiten: Tatsachenvorträge zusammenstellen, den Vortrag juristisch einordnen, fehlenden Sachvortrag ermitteln, Argumente herausarbeiten, Risiken darstellen etc.
👉 Grenze: Die Ergebnisse müssen immer anwaltlich überprüft werden.

Wer diese Unterschiede kennt, spart Zeit, vermeidet Fehler und nutzt KI wirklich produktiv.

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