Erbrecht - Zeitschrift für die gesamte Erbrechtliche Praxis

Prompts und Ergänzungen zum Artikel

In der März-Ausgabe der ErbR – Zeitschrift für die gesamte erbrechtliche Praxis habe ich einen Artikel zum Thema KI ind er erbrechtlichen Praxis – ein Standbericht und praktische Hinweise geschrieben.

Hier finden Sie die Ergänzungen und Prompts, auf die ich im Artikel Bezug nehme:

Fußnote 4

Übersicht KI-Systeme

Tool Kategorie BRAO-konform Hauptstärken Direkter Output Besonderheiten
ChatGPT Allround-KI Nein Analyse, Argumentationsstruktur, Deep Thinking, Sparringspartner, Strukturierung, Word Add-In Textentwürfe, Argumentationsskizzen, Pro/Contra-Listen Sehr starkes Denkwerkzeug, aber nie berufsrechtskonform
Perplexity Recherche-KI Nein Quellenbasierte Webrecherche, Themenüberblick Recherche-Zusammenfassungen, Quellenlisten Recherchefokus, kein juristischer Arbeitsassistent
Microsoft 365 Copilot (Tenant) Produktivitäts-KI Ja, mit besonderen Einstellungen Arbeit mit eigenen Kanzleidaten (M365), Entwürfe, Schnittstellen zu Word, Outlook, Excel etc. Word-, Outlook-, Teams-Ausgaben Keine juristische Datenbank, kein Internet-Research
NotebookLM Recherche-/Analyse-KI Nein Analyse eigener hochgeladener Dokumente und die Erstellung von Zusammenfassungen, Podcasts und Q&A auf Basis eigener Quellen Zusammenfassungen, Audio-Podcasts, Filmsequenzen, Lernkarten, Q&A. Kein juristisches Tool, allgemeines Analysetool; starker Quellennachweis
AnwaltGPT Allround-KI / GPT-Ableger Nein Custom GPT auf Basis von ChatGPT, das für deutsches Recht angepasst wurde. Hauptstärke: niedrigschwelliger Einstieg in KI-gestützte Rechtsrecherche. erste Orientierung, Recherche-Einstieg. Rechtsrecherche-Zusammenfassungen, allgemeine Einschätzungen. Kein professionelles Kanzlei-Tool; nicht unbedingt für den Kanzleialltag gedacht.
Libra Juristische Spezial-KI Ja Aktenbezug + Otto-Schmidt-Datenbank + WoltersKluwer-Datenbank, Juristische Recherche, Erstellung juristischer Schriftsätze, Review und Discovery, Word-Add-In, Outlook-Add-In Schriftsatzentwürfe, Analyse- und Review-Ergebnisse Großer Vorteil ggü. Copilot durch Rechtsdatenbank
SilverNova (Deubner KI-Associate) Juristische Spezial-KI Ja Aktenbezug + Deubner-Fachwissen, Erstellung Schriftsätze, Recherche, Analyse, Word Add-In (kommt) Schriftsatzentwürfe, Textanalysen Kanzlei-KI im Aufbau, DMS-Anbindung geplant
Beck-Noxtua (geplant) Juristische Spezial-KI Ja Aktenbezug + Beck-Online, Recherche, juristisch fundierte Schriftsatzentwürfe Analyse- und Schriftsatzentwürfe Noch nicht veröffentlicht (Stand Feb. 2026)
Beamon von Bryter Juristische Spezial-KI Ja KI + No-Code-Workflow-Automatisierung, Word-Add-In, Zugriff auf 80+ juristische Datenbanken. Drafting, Review, Recherche, Dokumentenanalyse, Workflow-Automatisierung. Schriftsatzentwürfe, Rechercheergebnisse, automatisierte Workflows, Übersetzungen (DeepL) Über Soldan und DAV gibt es Rabatte (Stand Januar 2026)
Legora Juristische Spezial-KI. Schwedisches Unternehmen Ja Kollaborative Dokumentenprüfung (Tabular Review), Word-Add-In, agentenbasierte Recherche, Multi-Jurisdiktion; Due Diligence, Vertragsreview, Drafting, Ausgaben Analyse, Schriftsätze etc. Stark bei Großkanzleien und kollaborativen Projekten; Primär auf Transaktions- und Wirtschaftsrecht ausgerichtet, weniger auf Erb- oder Familienrecht.
Harvey Juristische Spezial-KI. US-Amerikanisches Unternehmen Zu prüfen Dokumentenanalyse (Vault), automatisierte Workflows, Drafting, Rechtsrecherche. Vertragsanalyse, Due Diligence, Schriftsatzentwürfe. Word Add-In primär auf Großkanzleien zugeschnitten; bislang wenig Transparenz bei Preisen. Auch hier: Fokus eher auf Wirtschaftsrecht als auf Erb- oder Familienrecht.
Lexroom.ai Juristische Spezial-KI. Italienisches Unternehmen, ja KI-gestützte Rechtsrecherche mit verifizierten Quellen, private Bibliothek, Klauselgenerierung. Do's: Recherche, Dokumentenanalyse, Klauselerstellung. Rechercheergebnisse mit Quellenverweisen, Gutachtenentwürfe, Klauseln.

Fußnote 9

Prompt Generator für Juristen

Ein Prompt kann auf verschiedenen Wegen erstellt werden:

  • selbst formuliert
  • die KI bitten, den Prompt zu entwickeln
  • einen Prompt-Generator entwickeln

Wichtig ist: Liefert Ihnen ein Prompt das gewünschte Ergebnis, so muss er nicht zwingend noch einmal mit der KI weiterentwickelt werden oder von einem Prompt-Generator erstellt.

Aber: Häufig formulieren wir unsere Prompts zu kurz, teilen nicht umfassend mit, wie wir die Antwort wünsche (Ausgabeformat) und welche Schritte nacheinander erfolgen sollen.

Will man z.B. einen umfangreichen Prompt für eine juristische Aufgabe formulieren, habe ich mir angewöhnt, einen Prompt-Generator zu verwenden.

Prompt Generatoren findet man bei

  • ChatGPT unter "GPTs erkunden" in der linken Spalte,
  • Libra unter "Assistenten" unter dem Chat-Fenster
  • Google Gemini unter Gems
  • Claude unter "Artefakte"

All diese fallen unter den Sammelbegriff "Generatoren" oder "Assistenten". Dies sind umfassende Prompts, die verschiedene Arbeitsanweisungen an die KI enthalten. Die KI arbeitet danach in einzelnen Schritten oder auch in mehreren Schleifen.

 

Der Generator erarbeitet mit Ihnen einen Prompt, den Sie sodann in jeder KI einsetzen können, z.B. ChatGPT, Claude, aber auch Libra und Deubner KI-Associate.

Bei ChatGPT:
Meinen Prompt-Generator für juristische Prompts finden Sie unter ChatGPT bei den GPTs unter dem Namen "Ruetten Prompt Generator für Juristen" oder hier.

Bei Libra:
Unter Assistente suchen Sie nach "Prompt Assisent" oder geben in den Chat @Prompt Assistent ein.

Wer den Inhalt meines Prompt Assistents haben möchte, um diesen ggf. für sich selbst abzuwandeln, kann sich gerne per Mail bei mir melden.

Hier gibt es mehr zu lesen

Fußnote 16

Urteilsanalyse-Prompt

Zur Zeitersparnis können wir das erste Lesen eines oder mehrerer Urteile, von denen wir nicht wissen, ob sie auf unseren Fall passen, durch die KI vornehmen lassen.

Hierzu benötigt es einen guten Prompt, der die wichtigsten Punkte des Urteils darstellt und ggf. auch mehrere Urteil zu bestimmten Rechtfragen analysiert.

Ich habe auf ChatGPT in den GPTs einen solchen Prompt erstellt "Ruetten mehrere Urteile vergleichen". Den direkten Link dazu finden Sie hier.

Wenn Sie den Prompt in einer anderen KI nutzen möchten, wie z.B. Germini oder Libra, benötigen Sie den Prompt-Text. Prüfen Sie, ob der folgende Prompt-Text für Sie und Ihre Wünsche passt und ändern Sie diesen darauf passend ab.

PROMPT: Strukturierte Analyse und Vergleich mehrerer Gerichtsurteile für Anwält:innen

AUFGABE
Analysiere die folgenden hochgeladenen Gerichtsurteile juristisch präzise, praxisorientiert und strukturiert. Ziel ist eine jeweils komprimierte Analyse (max. zwei DIN-A4-Seiten pro Urteil), die für die anwaltliche Verwendung geeignet ist – z. B. für Schriftsätze, Mandantenmemos oder interne Argumentationspapiere.

VORGEHENSWEISE UND STRUKTUR 1. Urteilseckdaten
Gericht, Aktenzeichen, Datum
Entscheidungsform (Urteil, Beschluss etc.)
Verfahrensart, Rechtsgebiet
Anonymisierte Bezeichnung der Parteien

2. Sachverhalt (kompakt)
Wesentliche Tatsachen in 3–5 Bulletpoints
Streitgegenstand
Unstreitige und streitige Punkte
Vorinstanzen (falls relevant)

3. Zentrale Rechtsfragen
Welche juristischen Kernfragen sind entscheidungserheblich?
Welche Normen sind betroffen?

4. Argumentationsstruktur des Gerichts
Hauptargumente (max. 3–5)
Würdigung gegnerischer Argumente
Eingesetzte juristische Methoden (z. B. Auslegungsarten)

5. Rechtliche Grundlagen und Präzedenzfälle
Anwendbare gesetzliche Normen
Frühere relevante Urteile (nur echte, verifizierte Entscheidungen mit vollständiger Fundstelle: Gericht, Datum, Aktenzeichen, ggf. Fachzeitschrift)
Keine erfundenen Urteile
Quellenprüfungspflicht: Gib verwendete Quelle konkret an. Wenn das Urteil nicht im Volltext vorliegt, sondern nur über Tenor oder Sekundärquelle zugänglich war, bitte ausdrücklich angeben.

6. Entscheidung und Ergebnis
Ergebnis (z. B. Klage abgewiesen, Revision erfolgreich)
Kernaussage der Entscheidungsbegründung
Auswirkungen auf die Parteien

7. Bewertung und Einordnung
Ist die Begründung juristisch überzeugend?
Gibt es abweichende Meinungen in Rechtsprechung oder Literatur? → Quelle ausdrücklich angeben
Bedeutung für Praxis und weitere Verfahren
Bitte klar unterscheiden: eigene Einschätzung oder Übernahme aus Quelle (Quelle explizit angeben)

8. Übersichtliche Gegenüberstellung (Tabelle) Partei Argumente Gerichtliche Würdigung Kläger … … Beklagter … … VERGLEICH MEHRERER URTEILE
Sobald alle Urteile analysiert wurden, erfolgt eine strukturierte vergleichende Darstellung:
Gegenüberstellung der Rechtsfragen, Argumentationslinien, Ergebnisse und gerichtlichen Methoden
Fokus auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der rechtlichen Bewertung
Tabelle zur kompakten Vergleichbarkeit

Vor dem Vergleich bitte folgende Frage beantworten:
Welche konkrete Rechtsfrage oder welches rechtliche Thema soll im Fokus des Vergleichs stehen? (z. B. Pflichtverletzung im Mietrecht, Maßstab bei Sorgfaltspflichten, Kriterien bei Inhaltskontrolle von AGB etc.)
Hier gibt es mehr zu lesen

Fußnote 24

Auswertung Testament

Hier habe ich Ihnen das Beispiel eines Prompts für die Auswertung eines Testaments erstellt.

Dieser Prompt ist mit meinem Ruetten Prompt-Generator bei ChatGPT erstellt. Er muss von jedem geprüft und an die eigene Arbeitsweise angepasst werden.


PROMPT:
Du bist ein im deutschen Erbrecht spezialisierter juristischer Experte und unterstützt eine beratende Rechtsanwältin bei der strukturierten Analyse eines vollständigen Testaments.

Arbeite präzise, risikoorientiert und strategisch verwertbar. Schwerpunkt ist die systematische Identifikation sämtlicher rechtlicher Problempunkte.
Keine steuerliche Detailprüfung und keine Pflichtteilsberechnungen. Steuerliche Aspekte nur kurz als Risikohinweis erwähnen, wenn sie offensichtlich relevant sind.

---
1. Verfahrens- und Rollenklärung (zwingend vorab)

Stelle zunächst folgende Fragen:

1. Erfolgt die Prüfung gestaltend zu Lebzeiten des Erblassers oder nach dem Erbfall?
2. Wen vertreten wir konkret? (z.B. Alleinerbe, Miterbe, Pflichtteilsberechtigter, enterbte Person, Vermächtnisnehmer, Testamentsvollstrecker, Erbengemeinschaft etc.)
3. Handelt es sich um ein eigenhändiges Testament (§ 2247 BGB), ein notarielles Testament (§ 2232 BGB) oder ein gemeinschaftliches Ehegattentestament (§§ 2265 ff. BGB)?
4. Falls Ehegattentestament: Bestehen Anhaltspunkte für wechselbezügliche Verfügungen (§ 2270 BGB)?

Gewichte die weitere Analyse konsequent aus Sicht der vertretenen Partei.

---
2. Abfrage der familiären und wirtschaftlichen Ausgangslage

Erfrage strukturiert:

- Familienstand (bei Errichtung und ggf. beim Erbfall)
- Güterstand
- Kinder (ehelich, nichtehelich, adoptiert)
- Vorverstorbene Abkömmlinge mit Nachkommen
- Enkel
- Eltern
- Geschwister
- Patchwork-/Stiefkindkonstellationen
- Gesellschaftsanteile / Betriebsvermögen
- Immobilien (Inland/Ausland)
- Größere lebzeitige Schenkungen
- Bekannte familiäre Konfliktlagen

Weise ausdrücklich darauf hin, wenn für die rechtliche Bewertung wesentliche Informationen fehlen.

---
3. Strukturierung des Testaments

Gliedere das Testament systematisch in Regelungsblöcke, insbesondere:

- Erbeinsetzung und Quoten
- Einheits-/Trennungslösung
- Vermächtnisse
- Teilungsanordnungen
- Auflagen
- Vor- und Nacherbschaft
- Beschränkungen des Vorerben (§§ 2113 ff. BGB)
- Testamentsvollstreckung
- Pflichtteilsstrafklauseln
- Wiederverheiratungsklauseln
- Anrechnungs-/Ausgleichsanordnungen
- Regelungen zur Erbengemeinschaft (§§ 2032 ff. BGB)

---
4. Kompakte Gesamttabelle aller Problempunkte

Stelle sämtliche identifizierten Problempunkte in einer kompakten Tabelle dar:

| Nr. | Problembereich | Konkretes Problem | Gesetzliche Grundlage | Risiko (niedrig/mittel/hoch) | Strategische Bedeutung | Empfohlene Maßnahme |
|-----|---------------|------------------|-----------------------|-----------------------------|-----------------------|--------------------|

Zu prüfen sind insbesondere:

- Formwirksamkeit
- Testierfähigkeit (soweit Anhaltspunkte)
- Auslegungsbedürftige Klauseln (§§ 133, 2084 BGB)
- Unklare oder widersprüchliche Quoten
- Abgrenzung Erbeinsetzung / Vermächtnis
- Widersprüchliche Regelungsblöcke
- Pflichtteilsrisiken (§§ 2303 ff. BGB)
- Pflichtteilsergänzungsrisiken (§ 2325 BGB – ohne Berechnung)
- Anfechtungsrisiken (§§ 2078 ff. BGB)
- Bindungswirkung wechselbezüglicher Verfügungen (§§ 2270, 2271 BGB)
- Konflikte bei Vor- und Nacherbschaft
- Spannungen zwischen Testamentsvollstreckung und Erbenrechten
- Blockade- oder Streitpotenzial in der Erbengemeinschaft
- Unbestimmte oder unwirksame Auflagen
- Gesellschaftsrechtliche Kollisionspunkte
- Beweisprobleme (Echtheit, Zugang, Auslegungstatsachen)
- Gestaltungslücken

Existenzielle Risiken (z.B. Gesamtunwirksamkeit, vollständige Pflichtteilsdominanz, wirtschaftliche Entwertung einer Regelung) sind gesondert kenntlich zu machen.

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5. Strategische Gesamtauswertung

Erstelle anschließend:

a) Top 5 Kernrisiken aus Sicht der vertretenen Partei

b) Mögliche Konfliktszenarien (prozessual gedacht)
Wer würde mit welchen Argumenten angreifen oder verteidigen?

c) Konkrete Rückfragen für das Mandantengespräch, insbesondere zu:
- Zielvorstellungen des Erblassers
- Absicherungsprioritäten
- Konflikterwartungen
- Vermögensschwerpunkten
- Bereits erfolgten lebzeitigen Gestaltungen

---
6. Differenzierung nach Zeitpunkt

- Bei lebzeitiger Gestaltung:
Konkrete Optimierungsvorschläge und risikominimierende Alternativen.

- Nach Erbfall:
Angriffspunkte, Verteidigungsstrategien und taktische Erwägungen.

Formuliere strukturiert, juristisch präzise und anwaltlich verwertbar.
Rechtsprechung nur bei typischen Standardkonstellationen kurz erwähnen.
Schwerpunkt ist Risikoidentifikation, strategische Einordnung und praktische Nutzbarkeit.

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